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04 Einen inneren Kritiker – hat es nie gegeben! Zum integrativen Umgang mit dem sogenannten Über-Ich Burkhard Düssler, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Februar 27, 2026 // ⇒ 19:00 - 22:15

04 Einen inneren Kritiker – hat es nie gegeben! Zum integrativen Umgang mit dem sogenannten Über-Ich
Burkhard Düssler, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Fr, 27.02.26, 19:00-22:15 Uhr

Bitte beachten Sie den von unseren regulären Seminartagen abweichenden Freitag!

Form:            Präsenz im JRI (2 DStd., TB6)

Für:                AWT JRI/APH/PSIB & Gasthörende

Die Arbeit mit inneren Instanzen kann das Unsichtbare hinter einer psychischen Erkrankung symbolisch sichtbar und damit behandelbar machen. Besonders machtvoll tritt unser sog. „innerer Kritiker“ oder auch unser „Über-Ich“ auf. Bei näherer Betrachtung zeigt sich allerdings, dass diese Instanz häufig übertreibt und nicht in der Lage ist, ihre Botschaften ohne die Hilfe des erwachsenen Ichs zu

überprüfen. Zudem funktioniert sie als Aufpasser, der sich nur meldet, wenn er eine Gefahr wahrnimmt – wenn wir uns sicher fühlen, ist er ruhig. Aus diesen (und weiteren) Beobachtungen lässt sich ableiten, dass es sich bei dieser mächtigen Instanz um unseren „kindlichen Aufpasser“ handelt.

Die Interaktionen von „kindlichem Aufpasser“ und „erwachsenem Ich“ können besonders gut als bildhafte Analogie zum Zusammenspiel von Amygdala (spontane Stressreaktion) und Frontalhirn (bewusste Realitätsüberprüfung) gedeutet werden. Damit ist dieses Modell nicht nur versöhnlicher, als Vorstellungen eines „inneren Kritikers“, strengen „Über-Ichs“ oder sogar „inneren Täters“, sondern auch besonders nah am tatsächlichen neurologischen Geschehen unserer Stressreaktionen.

Gerade für strukturell gestörte Patienten ist das Erkennen der positiven Intention ihres überengagierten „kindlichen Aufpassers“ entlastend. An Ängsten, negativen Kognitionen und Widerständen kann im Dialog mit dieser Instanz besonders integrativ und präzise gearbeitet werden. Die wesentlichen Vorteile des Ansatzes können den Seminarteilnehmer_innen mit Fallbeispielen, gerne auch mit Elementen von Selbsterfahrung nähergebracht werden.

Literatur:

Zum Über-Ich: Lehrbuch der Psychodynamik (S. Mentzos)

Handbuch der psychoanalytischen Grundbegriffe (W. Mertens). (Bib)

Details

  • Datum: Februar 27, 2026
  • Zeit:
    19:00 - 22:15

Veranstaltungsort